Freitag, 29. Februar 2008

Woche 4

Hallo Leute,

Jetzt ist schon beinahe die vierte Woche um - wahnsinn, wie schnell das geht! Sorry, dass ich mich die ganze Woche nicht gemeldet habe, aber eigentlich ist nicht viel passiert. Wir hatten wieder zwei neue Vorlesungen: Strategic Issues of Made in Italy und Operational Research 2. Die erste ist ziemlich zeitintensiv - 5 Stunden jeden Donnerstag und wir dürfen genau 1x fehlen. Anscheinend ist es hier so ähnlich wie am MCI - die Fehlstunden dürfen sich wohl nicht anhäufen. Dieses Fach ist ziemlich ähnlich wie Infomanagement am MCI - wir müssen auf jede Stunde eine Fallstudie vorbereiten (es geht um italienische Firmen) und diese dann diskutieren. Am Ende gibts eine Klausur und eine Präsentation, die wir in 6er Gruppen vorbereiten müssen. Was positiv aufgenommen wurde, ist der Ausflug zur Besichtigung einer Firma am 2. April. Das zweite Fach - Operational Research 2 - ist leider nicht so witzig. Ich hätte mir dieses auch nie ausgesucht. Aber die einzige Auflage vom MCI war es, einen Informatikkurs zu besuchen. Da wir den, den wir uns ursprünglich ausgesucht haben, nun leider nicht nehmen können - da es zu viele Überschneidungen mit anderen Kursen gibt - mussten wir kurzfristig wechseln. Es stellte sich allerdings heraus, dass das gar kein richtiger Informatikkurs ist. Es geht mehr um Wahrscheinlichkeiten und Integral, Entscheidungsbäume und solche Sachen - wahnsinnig langweilig und überhaupt nicht mein Ding. Vier Stunden jeden Mittwoch Vormittag - das kann ja heiter werden. Außerdem sind wir nur 3 Erasmus-Studenten und wenn wir nicht gewesen wären, wäre der Kurs auf Italienisch gehalten worden. Ihr könnt euch vorstellen, dass wir uns damit nicht gerade Freunde gemacht haben. Wenigstens ist die Klausur open book und dieser Lektor scheint es mit der Anwesenheit auch nicht so genau zu nehemn. Wobei wir 3 blonden Mädels (Schweden und Österreich) wahrscheinlich auffallen werden. Da muss man jetzt eben durch...

Am Dienstag Abend waren wir wieder in der Uptown Bar und nachdem am Anfang gar nichts los war, saßen wir (Katrin, Lilla und ich) mit einem Italiener am Tisch, der uns gleich für kommenden Sonntag zu sich nach Hause zum Essen eingeladen hat. Mal schauen, ob er das dann wirklich durchzieht. Etwas später ist es dann auch voller geworden und die meisten Erasmus-Studenten waren anwesend. Die Bar schließt allerdings um 2, aber da wir eigentlich vorgehabt hatten etwas früher nach Hause zu gehen, waren wir darüber nicht so unglücklich.

Gestern hatte ich meinen Italienisch-Midterm-Test, der eigentlich ein wahnsinnig kurzer Grammatiktest war. Also die ersten 20 % der Note sollten gesichert sein. In zwei Wochen muss ich dann eine Präsentation halten (5 min) - das wird eine kleine Herausforderung für mich. :) Aber nützt ja nichts!

Bezüglich Internet gibt es auch etwas Neues: Unsere Nachbarin hat uns gestern angesprochen, dass sie bei der Telekom angerufen hat und dass sie in den nächsten Wochen eine Wireless-Verbindung bekommt (momentan hat sie nur ein gewöhnliches Modem). Und wenn sie diese dann hat, können wir uns bei ihr beteiligen. Das wird dann zwar wahrscheinlich erst nach Ostern sein, aber dafür haben wir keine Scherereien wegen Kündigung und dergleichen und wir werden auch nicht so viel bezahlen müssen. Also die nächsten 2,5 Wochen muss ich noch so auskommen und im April und Mai darf ich mich dann zu den Glücklichen zählen, die zu Hause über Internet verfügen.

Morgen werden wir zusammen mit den Schwedinnen einen Tagesausflug nach Varese machen. Das ist die Hauptstadt der Provinz, in der ich mich befinde. Dort soll es angeblich einige Schlösser geben, die den Bauten in Wien nachempfunden sind und außerdem viele schöne Parks. Wir hoffen, dass uns das Wetter gnädig ist und nächste Woche könnt ihr euch dann die Fotos ansehen!!

Machts gut!!

Montag, 25. Februar 2008

weird things

  1. Italiener hupen bei jeder Gelegenheit.
  2. Italiener nehmen keine Rücksicht auf andere Verkehrsteilnehmer und fahren wie die Wildsäue.
  3. Die Kirchenglocken in Castellanza sind ohrenbetäubend und läuten willkürlich und teilweise 10 Minuten lang.
  4. Für beinahe alles hier braucht man entweder seinen Reisepass oder seine Steuernummer.
  5. Es gibt kein SCHWARZBROT (nichts Neues, aber trotzdem ärgerlich).
  6. Es gibt keine Soßenbasen und es gibt keine Verdünnungssäfte.
  7. Wenn Italiener merken bzw. wissen, dass man nicht so gut Italienisch spricht, sprechen sie deswegen trotzdem nicht langsamer.
  8. Leerstehende Häuser werden hier nicht abgerissen, es wird einfach gewartet, bis sie sich irgendwann von selbst in Luft auflösen (wird wahrscheinlich nie passieren).
  9. In einer Nebenstraße befindet sich alle zehn Meter eine Erhöhung (wie heißen diese Dinger, wo man nur ganz langsam drüber fahren kann?) – was die Italiener nicht davon abhält, die Geschwindigkeit zu reduzieren.
  10. Eine positive Sache: Getränke-, Kaffee- und Süßigkeitenautomaten sind viel billiger als in Österreich und viel viel viel billiger als am MCI (25 Cent für jegliche Art von Kaffee und 30 Cent für eine Flasche Wasser).
  11. Italiener gehen prinzipiell nie zu Fuß. Eine unserer Schwedinnen ging heute zum Beispiel in den Nachbarort und irgendwann wusste sie nicht mehr wo sie war und dann hat sie ein Rotkreuz-Auto heimgebracht. Sie wollte nur den Weg wissen, aber der Rot-Kreuz-Typ sagte die ganze Zeit nur: „Das ist so weit, das kann kein Mensch zu Fuß gehen“! (3 km oder so)
  12. Banken: Man kann hier in Italien immer nur einzeln in eine Bank hineingehen. Einer geht durch die Tür und steht dann in einem kleinen Raum zwischen zwei Türen, wird gefilmt und darf dann bei grün eintreten… Ja, geniales System! Überhaupt nicht zeitraubend!
  13. Wenn man die Klospülung nicht richtig zudreht (ja, die ist zum drehen), dann tropft es die ganze Zeit. Mein Zimmer befindet sich natürlich Wand an Wand mit dem Badezimmer.

to be continued...

Sonntag, 24. Februar 2008

Pizza & Movie

Wie bereits erwähnt, sind heute Camilla und Nina (beide aus Schweden) zu uns gekommen, um einen Film zu schauen. Zuerst haben wir uns allerdings eine Pizza bestellt. Die Pizzeria heißt „Italian Job“ und der Besitzer spricht Deutsch – nicht besonders gut, aber immerhin. Wir mussten auch nur eine halbe Stunde warten und dann klingelte es schon an der Tür. Die Pizzas sind wirklich billig: Eine Margherita kostet 3,50 und alle anderen so zwischen 4 und 6 Euro. Die Lieferung kostet nur einen Euro – also wirklich günstig. Nachdem sämtlicher Klatsch und Tratsch vom Campus bereits bevor die Pizza kam abgehandelt war, setzten wir uns auf Sofa und sahen und den Film an. Wir entschieden uns für „The devil wears Prada“ – obwohl ich die einzige war, die ihn noch nicht gesehen hat. Er hat mir gut gefallen, nur brauchen Schweden immer Untertitel (wahrscheinlich die Macht der Gewohnheit) und das lenkt mich immer ein bisschen ab. :)

Auf jeden Fall war es ein netter Abend und wird sicherlich wiederholt werden. Nina ist ziemlich Österreich-begeistert und hat dort glaube ich schon mehr gesehen als ich. Das Gesprächsthema wird uns jedenfalls nicht ausgehen!

Samstag, 23. Februar 2008

Comparative Economics & was es sonst noch Neues gibt

Die letzten Tage ist nicht so viel passiert. Am Donnerstag hat eine neue Vorlesung begonnen: Comparative Economics. Diese dauert jedes Mal vier Stunden, was ziemlich langwierig ist. Allerdings hat sich das Gerücht um die Arbeitsmoral hier in Italien wirklich bestätigt. Jeder Lektor kommt zwischen 15 und 30 Minuten zu spät und beendet die Stunde frühzeitig (der Lektor von Italian Society war da wohl eine Ausnahme). Meistens ist das wirklich ärgerlich (zumindest die Sache mit dem später beginnen, weil man als Student „natürlich pünktlich“ da ist). Auf jeden Fall hat dieser Professor eine etwas andere Art zu unterrichten. Kurze Schilderung:
  • Die Stunde beginnt um 9:00 – er kommt um 9:30
  • erste Pause von 10 bis 10:20
  • zweite Pause von 11 bis 11:20
  • Stunde endet um 13:00 – wir dürfen um 12.30 gehen.

Gehen dürfen wir allerdings nur, wenn wir in der zweiten Hälfte der Vorlesung fleißig Fragen stellen. Die erste Hälfte redet nämlich er und wir dürfen weder aufzeigen noch kurz mit dem Nachbarn reden – und in der zweiten Hälfte sind wir aufgefordert Fragen zu stellen. Der Lektor ist aber ganz witzig: Er wurde in Nepal geboren, ist in Indien zur Schule gegangen und hat einiges auf dem Kasten. Das Lustige daran – er ist kleiner als ich. *gg* Aber sein Englisch ist für mich gut verständlich. Der Prüfungsmechanismus wird wohl auch nicht für zu viel Arbeitsaufwand sorgen. Wichtig ist die Anwesenheit (es gibt keine Liste; er sagt, er merkt sich jedes Gesicht und weiß, wer wie oft anwesend war – wers glaubt) und die Mitarbeit in der Vorlesung; weiters müssen wir ein Paper schreiben, das ziemlich kurz ausfallen soll und nur wer mit seiner Punkteanzahl dann nicht zufrieden ist, kann sich einer mündlichen Prüfung unterziehen. Dabei kann man allerdings auch Punkte verlieren. Dafür haben wir die Vorlesung ziiiiiemlich oft! Das einzig komische ist, dass die Italiener ihre Arbeit auch in Italienisch abgeben können und wenn Spanier dabei sein sollte auch in Spanisch. Obwohl es eigentlich ein International Kurs ist (also auf Englisch...). Den Italienern wird überall geholfen, dass sie ja nicht zu viel Englisch sprechen üben!

Gestern, am Freitag, wäre wieder ein Discoabend in Mailand geplant gewesen. Dieses Mal sind wir aber nicht mitgefahren, da wir noch öfter so etwas machen werden und jedes Mal einiges an Geld draufgeht. Vom 7.-9. März wird ein Skitrip in Santa Caterina Valfurva (2005 Ski World Championship) organisiert, bei dem wir aber höchstwahrscheinlich auch nicht teilnehmen werden, da wir zu Hause ja quasi auf der Schipiste wohnen und das Ganze nicht so billig ist. Außerdem wollten wir uns ja das Fußballspiel Liverpool gegen Inter Mailand (sorry für die Verwechslung im vorderen Eintrag – bin ja nicht so der Fußballversteher) ansehen, für das wir allerdings keine Karten mehr bekamen. Am Vormittag gabs noch so ca. 1000 Karten, kurz nach Mittag nur mehr eine. Naja, wird ja sicher noch mehr interessante Spiele geben.

Mittlerweile haben wir uns ein bisschen in den Nachbarorten umgesehen und einige Supermärkte gefunden, die ein bisschen billiger sind, als der direkt hinter unserem Haus. Heute waren wir beim Lidl und haben erstaunlicherweise viele Produkte mit deutscher Aufschrift gefunden (wir haben uns wie daheim gefühlt). Ärgerlich ist die Tatsache, dass wir es bis jetzt immer noch nicht geschafft haben, in unserer Wohnung Zugang zum Internet zu bekommen. Eine Freundin wollte uns ja beim Übersetzen helfen, aber die hatte bis jetzt noch keine Zeit und mit meinen nicht vorhandenen fachspezifischen Italienischkenntnissen wird das Ganze wahrscheinlich etwas schwierig werden. Aber es kann sich nur noch um Tage handeln!!! Hoffe ich zumindest! Drückt mir die Daumen!

Heute Abend haben wir die Schwedinnen zum Pizza Essen (ca. 5 Euro die Pizza und 1 Euro die Lieferung) und DVD schauen eingeladen – ich werde dann morgen berichten wies war! Bis dahin, liebe Grüße in die Heimat und an alle, die sich irgendwo auf den Kontinenten verstreut befinden.

Mittwoch, 20. Februar 2008

Economic Policy & all u can eat @ Uptown

Also heute startete einer unserer Kurse und zwar Economic Policy. Im Prinzip ist der ganze Kurs nur eine Wiederholung von dem, was ich sowieso schon zweimal gelernt habe, aber er geht etwas mehr auf Makroökonomie ein (was mich eigentlich mehr interessiert) und bisher haben wir uns eher auf Mikroökonomie konzentriert. Die Professorin spricht eigentlich ein gutes Englisch, zumindest verstehe ich alles. Es sitzen auch relativ viele Italiener in diesem Kurs, also lernen wir auch ein paar von denen kennen.

Nach einer ausgiebigen Shoppingtour im Supermarkt und zwei Stunden Italienischkurs trafen wir uns mit Andrea (AT) und Lilla (HU) in deren Zimmer. Camilla (SE) und Heidi (FI) waren auch da und wir saßen kurz zusammen bevor wir zur Uptown Bar gingen, um dort mit allen anderen zu essen. Es handelt sich dabei um eine nette 2-stöckige Bar (nicht zu riesig) gleich neben dem Campus. Dort gibt es Cocktails jeglicher Art und zu essen gab es Tortellini, Lasagne, Pizza… Was das Herz eben begehrt (und das umsonst *g*). Wir saßen also alle nett beisammen und ich lernte wieder einige neue Leute kennen. Ich redete auch mit zwei Italienern aus meinem Economic Policy Kurs und die erklärten mir, dass eigentlich nur die Italiener aus dem Süden so aggressiv und aufdringlich sind. Naja, mal sehen, aber sie schienen ganz nett zu sein.

Außerdem hätte ich die Möglichkeit gehabt morgen nach Paris zu fliegen – für eine ganze Woche (und gar nicht teuer). Leider musste ich absagen, da ich so viele Kurse habe. Ein paar andere fahren nach Rom am Donnerstag, aber auch da kann ich leider nicht dabei sein. Aber da vom Erasmus Network hier sowieso noch einiges organisiert wird, ist das nicht so schlimm. Um ca. halb 2 machten wir uns dann zu dritt auf den Heimweg (Katrin, Sarah (Iceland) und ich), da sonst fast keiner mehr da war. Übrigens: wusstet ihr, dass es in Island keine Züge gibt?? Strange… Sie und ihr Freund trauten sich zu Anfang gar nicht in den Zug hier einzusteigen, haben es dann aber trotzdem probiert. :)

Heute, Mittwoch, haben wir keinen Kurs und deswegen sitzen wir gerade in der Uni beim Internetsurfen. Wir wollten eigentlich zu einem Treffen mit einer der Damen aus dem International Office gehen (weil wir einige Überschneidungen bei den Kursen haben), aber es stellte sich heraus, dass die uns gar nicht weiterhelfen. Wir müssen angeblich Kurse tauschen, aber da wir das schon bei einem Kurs getan haben und keine weiteren tauschen werden, müssen wir wohl mit den Professoren reden, ob wir manchmal fehlen können. Wird wohl hier kein Problem sein…

Heute werden wir noch zu einem Supermarkt im Nachbarort fahren, um zu schauen, ob es da billiger ist und dann kommt noch der Küchenmensch, der unsere Gasplatte repariert. Außerdem müssen wir immer noch denjenigen ausfindig machen, der in unserem Gebäude über Internet verfügt und fragen, ob wir sein Wireless-Netz mitbenützen dürfen (anscheinend ist das hier in Italien üblich).

Dann bis demnächst!

PS: In ca. zwei Wochen findet das Rückspiel von Liverpool gegen Inter Mailand statt (Liverpool hat gestern gewonnen – für die, die das nicht wissen) und wir werden da wahrscheinlich hingehen!!

Montag, 18. Februar 2008

Movie Night @ Mexican’s

Der Sonntag verlief wieder etwas ruhiger und ich machte mir daran, den ersten Artikel für Italian Society zu lesen. Er war etwas lang und deshalb schaffte ich es nicht mehr, das Kommentar dazu zu schreiben – bzw. wollte ich nicht mehr. Kurz darauf meldeten sich die Mexikaner, ob wir nicht Lust hätten einen Film bei ihnen zu schauen. Wir sagten zu und trafen und um 21 Uhr in deren Wohnung – Anne, die Französin, war auch eingeladen. Nachdem wir ausreichend mit Tee und Süßigkeiten versorgt wurden, schauten wir uns den Film an. Wenn ich gewusst hätte, dass die Mexikaner gar keinen Film zu Hause haben und wir uns so Robin Hood (Men in Tights – also die Verarschungsversion) anschauen mussten, dann hätte ich einen meiner Filme mitgebracht. Der Film war ein Flop, nur Anne hat sich kaputtgelacht (sie hat ihn schon 10x gesehen). *g* Naja, danach gabs auf jeden Fall eigens von Memo zubereitete Quesadillas (zumindest so was ähnliches, weil es in Italien nicht die richtigen Zutaten gibt) – das sind Tortillas mit Käse- oder Brot- und Fleischfüllung – und Kakao. Die eigens aus Mexiko mitgebrachte Salsa Sauce war etwas zu scharf für mich, aber in kleinen Mengen ganz gut. Ich habe wieder einiges über die mexikanische Kultur gelernt und dass nicht alle Mexikaner so traditionell sind wie unsere beiden. Iván, the Magician, führte uns später noch einige seiner Kartentricks vor, die wirklich unfassbar sind. Ich habe nicht die leiseste Ahnung, wie er das anstellt…


Der Abend war also ganz nett und um kurz nach 1 Uhr machten wir uns wieder auf den Heimweg. Wir haben ja heute vorlesungsfrei. :) Morgen geht’s dann los mit Economic Policy.

Sonntag, 17. Februar 2008

Mailand: Shopping & Clubbing


Nachdem der Freitag Abend etwas ruhiger verlief, standen wir heute am Samstag etwas früher auf und fuhren mit dem Zug nach Mailand. Am Bahnhof trafen wir auf vier Holländer und zwei Mexikaner, denen wir uns dann anschlossen. Kleine Anmerkung zu den Mexikanern: Die zwei sind wahre Gentlemen (solche der alten Schule) – Ladies first, Taschen tragen, über die Straße geleiten… Wir fuhren dann weiter mit der U-Bahn zum Piazza Duomo (also dort, wo der Dom steht *g* - den wir unbedingt bei schönerem Wetter einmal erklimmen müssen) und trennten uns dort. Die Mädels gingen shoppen und die Jungs… Keine Ahnung – Autos fotografieren oder so was. Der riesen Einkauf wurde leider nicht daraus, da nicht so viel Zeit war – aber Geschäfte gäbs genug. Um zwei Uhr trafen wir uns dann wieder und gingen gemeinsam essen in so ein Selbstbedienungslokal (es gab eine riesen Portion Risotto agli spinaci um 3,50 – mit riesig meine ich, dass ich nicht einmal die Hälfte aufaß). Danach machten wir uns dann auf den Weg zum Castello Sforzesco (wo gerade Leonardo da Vinci’s „Letztes Abendmahl“ ausgestellt ist). Hinter dem Schloss befindet sich ein wunderschöner Park und außerdem war gerade ein Rummelplatz dort. Natürlich mussten wir mit der Geisterbahn fahren (zu erwähnen wäre, dass alles wirklich nur für kleine Kinder war). Für 2,50 war die Fahrt mehr als schwach und die anfängliche Angst unseres Rudgers (Holländer) erwies sich als überflüssig – habe keinen Geist gesehen und auch ansonsten wars einfach nur dunkel und sonst nix… Anschließend gingen wir noch kurz durch den Park und machten uns dann um halb 5 auf den Heimweg.


Ein wenig später waren wir dann mit den Schwedinnen verabredet – eine Runde UNO vor der Disco war angesagt. Um 20 Uhr kamen sie also bei uns vorbei – leider nur zwei von ihnen, da die dritte keine Lust hatte. Wir mussten uns zum zweiten Mal einen Flaschenöffner ausleihen, diesmal bei einem anderen Nachbarn. :) Aber auch der war wirklich nett und fragte uns gleich, wo wir herkommen. Um 22:15 machten wir uns auf dem Weg zum Bus, welcher natürlich erst um 23:00 losfuhr. Etwas ärgerlich ist die Tatsache, dass die freien Plätze im Bus an Italiener vergeben werden, die billig in eine Mailänder Disco kommen wollen. Ärgerlich deshalb, weil Italiener bekannter Weise wahnsinnig anstrengend sind (ich erinnere an die Malta-Reise). Vor dem Club, der übrigens „The Club“ heißt, stand eine ziemlich lange Schlange an, aber wir VIP’s sind natürlich sofort hineingekommen. *g* Drinnen wars noch ziemlich leer, was sich aber schnell änderte. Der erste Drink war umsonst und alle weiteren kosteten wieder zwischen 10 und 12 Euro. Wir stürmten natürlich gleich wieder die Tanzfläche (ich gezwungener Weise à Gruppenzwang) und blieben da auch für die nächsten 2,5 Stunden. Leider wurde auch hier das Rauchverbot nicht ganz eingehalten und aufgrund von Überfüllung, schlechter Luft, lauter Musik und blinkenden Lichtern war ich dann ganz froh, als wir wieder draußen waren. Nochmals zu erwähnen wären hier die Mexikaner, die auch dieses Mal auf mich aufpassten und so entging ich den lästigen Italienern, die die Angewohnheit haben auf der Tanzfläche einfach immer näher zu kommen (Körperkontakt sei hier auch nicht ausgeschlossen). Aber ein brauchbares Rezept: einfach zwischen die Mexikaner stellen, dann hat man keine Probleme. *g*

Um 3 Uhr fuhren wir also zurück – fast hätte ein Mädel den Bus versäumt (eine Italienerin machte den Busfahrer auf „una ragazza Erasmus, una bionda“ aufmerksam). Wir wollten uns zu 5. auf den Heimweg machen (alle, die nicht am Campus wohnen – Anne, die Mexikaner und wir zwei), als sich uns ein Engländer anschloss, der bereits das zweite Semester hier ist und unbedingt jemand suchte, der mit ihm nach Hause geht, weil er jetzt alleine wohnt. Ich war ja nicht so sehr begeistert, aber wir gingen doch mit. War ziemlich der Reinfall – er wollte uns etwas zu Essen auftischen, allerdings fiel das etwas dürftig aus. Nach kurzem Hin und Her, wie wir uns jetzt nach 10 Minuten wieder aus dem Staub machen können, stand Memo einfach auf und sagte: „I’ve an appointment with my bed now!“ Also sind wir wieder abgehauen – peinliche Situation (ihr hättet dabei sein müssen). Ein „What was that?“ unter viel Gelächter ließ sich nachher nicht vermeiden, aber mir wollte ja keiner glauben. Jedenfalls gings dann ab nach Hause ins Bett.

Und wenn mich mein Weisheitszahn nicht in nächster Zeit umbringt, dann werdet ihr bald wieder von mir hören!