Nachdem der Freitag Abend etwas ruhiger verlief, standen wir heute am Samstag etwas früher auf und fuhren mit dem Zug nach Mailand. Am Bahnhof trafen wir auf vier Holländer und zwei Mexikaner, denen wir uns dann anschlossen. Kleine Anmerkung zu den Mexikanern: Die zwei sind wahre Gentlemen (solche der alten Schule) – Ladies first, Taschen tragen, über die Straße geleiten… Wir fuhren dann weiter mit der U-Bahn zum Piazza Duomo (also dort, wo der Dom steht *g* - den wir unbedingt bei schönerem Wetter einmal erklimmen müssen) und trennten uns dort. Die Mädels gingen shoppen und die Jungs… Keine Ahnung – Autos fotografieren oder so was. Der riesen Einkauf wurde leider nicht daraus, da nicht so viel Zeit war – aber Geschäfte gäbs genug. Um zwei Uhr trafen wir uns dann wieder und gingen gemeinsam essen in so ein Selbstbedienungslokal (es gab eine riesen Portion Risotto agli spinaci um 3,50 – mit riesig meine ich, dass ich nicht einmal die Hälfte aufaß). Danach machten wir uns dann auf den Weg zum Castello Sforzesco (wo gerade Leonardo da Vinci’s „Letztes Abendmahl“ ausgestellt ist). Hinter dem Schloss befindet sich ein wunderschöner Park und außerdem war gerade ein Rummelplatz dort. Natürlich mussten wir mit der Geisterbahn fahren (zu erwähnen wäre, dass alles wirklich nur für kleine Kinder war). Für 2,50 war die Fahrt mehr als schwach und die anfängliche Angst unseres Rudgers (Holländer) erwies sich als überflüssig – habe keinen Geist gesehen und auch ansonsten wars einfach nur dunkel und sonst nix… Anschließend gingen wir noch kurz durch den Park und machten uns dann um halb 5 auf den Heimweg.
Ein wenig später waren wir dann mit den Schwedinnen verabredet – eine Runde UNO vor der Disco war angesagt. Um 20 Uhr kamen sie also bei uns vorbei – leider nur zwei von ihnen, da die dritte keine Lust hatte. Wir mussten uns zum zweiten Mal einen Flaschenöffner ausleihen, diesmal bei einem anderen Nachbarn. :) Aber auch der war wirklich nett und fragte uns gleich, wo wir herkommen. Um 22:15 machten wir uns auf dem Weg zum Bus, welcher natürlich erst um 23:00 losfuhr. Etwas ärgerlich ist die Tatsache, dass die freien Plätze im Bus an Italiener vergeben werden, die billig in eine Mailänder Disco kommen wollen. Ärgerlich deshalb, weil Italiener bekannter Weise wahnsinnig anstrengend sind (ich erinnere an die Malta-Reise). Vor dem Club, der übrigens „The Club“ heißt, stand eine ziemlich lange Schlange an, aber wir VIP’s sind natürlich sofort hineingekommen. *g* Drinnen wars noch ziemlich leer, was sich aber schnell änderte. Der erste Drink war umsonst und alle weiteren kosteten wieder zwischen 10 und 12 Euro. Wir stürmten natürlich gleich wieder die Tanzfläche (ich gezwungener Weise à Gruppenzwang) und blieben da auch für die nächsten 2,5 Stunden. Leider wurde auch hier das Rauchverbot nicht ganz eingehalten und aufgrund von Überfüllung, schlechter Luft, lauter Musik und blinkenden Lichtern war ich dann ganz froh, als wir wieder draußen waren. Nochmals zu erwähnen wären hier die Mexikaner, die auch dieses Mal auf mich aufpassten und so entging ich den lästigen Italienern, die die Angewohnheit haben auf der Tanzfläche einfach immer näher zu kommen (Körperkontakt sei hier auch nicht ausgeschlossen). Aber ein brauchbares Rezept: einfach zwischen die Mexikaner stellen, dann hat man keine Probleme. *g*
Um 3 Uhr fuhren wir also zurück – fast hätte ein Mädel den Bus versäumt (eine Italienerin machte den Busfahrer auf „una ragazza Erasmus, una bionda“ aufmerksam). Wir wollten uns zu 5. auf den Heimweg machen (alle, die nicht am Campus wohnen – Anne, die Mexikaner und wir zwei), als sich uns ein Engländer anschloss, der bereits das zweite Semester hier ist und unbedingt jemand suchte, der mit ihm nach Hause geht, weil er jetzt alleine wohnt. Ich war ja nicht so sehr begeistert, aber wir gingen doch mit. War ziemlich der Reinfall – er wollte uns etwas zu Essen auftischen, allerdings fiel das etwas dürftig aus. Nach kurzem Hin und Her, wie wir uns jetzt nach 10 Minuten wieder aus dem Staub machen können, stand Memo einfach auf und sagte: „I’ve an appointment with my bed now!“ Also sind wir wieder abgehauen – peinliche Situation (ihr hättet dabei sein müssen). Ein „What was that?“ unter viel Gelächter ließ sich nachher nicht vermeiden, aber mir wollte ja keiner glauben. Jedenfalls gings dann ab nach Hause ins Bett.
Und wenn mich mein Weisheitszahn nicht in nächster Zeit umbringt, dann werdet ihr bald wieder von mir hören!
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