Freitag, 29. Februar 2008

Woche 4

Hallo Leute,

Jetzt ist schon beinahe die vierte Woche um - wahnsinn, wie schnell das geht! Sorry, dass ich mich die ganze Woche nicht gemeldet habe, aber eigentlich ist nicht viel passiert. Wir hatten wieder zwei neue Vorlesungen: Strategic Issues of Made in Italy und Operational Research 2. Die erste ist ziemlich zeitintensiv - 5 Stunden jeden Donnerstag und wir dürfen genau 1x fehlen. Anscheinend ist es hier so ähnlich wie am MCI - die Fehlstunden dürfen sich wohl nicht anhäufen. Dieses Fach ist ziemlich ähnlich wie Infomanagement am MCI - wir müssen auf jede Stunde eine Fallstudie vorbereiten (es geht um italienische Firmen) und diese dann diskutieren. Am Ende gibts eine Klausur und eine Präsentation, die wir in 6er Gruppen vorbereiten müssen. Was positiv aufgenommen wurde, ist der Ausflug zur Besichtigung einer Firma am 2. April. Das zweite Fach - Operational Research 2 - ist leider nicht so witzig. Ich hätte mir dieses auch nie ausgesucht. Aber die einzige Auflage vom MCI war es, einen Informatikkurs zu besuchen. Da wir den, den wir uns ursprünglich ausgesucht haben, nun leider nicht nehmen können - da es zu viele Überschneidungen mit anderen Kursen gibt - mussten wir kurzfristig wechseln. Es stellte sich allerdings heraus, dass das gar kein richtiger Informatikkurs ist. Es geht mehr um Wahrscheinlichkeiten und Integral, Entscheidungsbäume und solche Sachen - wahnsinnig langweilig und überhaupt nicht mein Ding. Vier Stunden jeden Mittwoch Vormittag - das kann ja heiter werden. Außerdem sind wir nur 3 Erasmus-Studenten und wenn wir nicht gewesen wären, wäre der Kurs auf Italienisch gehalten worden. Ihr könnt euch vorstellen, dass wir uns damit nicht gerade Freunde gemacht haben. Wenigstens ist die Klausur open book und dieser Lektor scheint es mit der Anwesenheit auch nicht so genau zu nehemn. Wobei wir 3 blonden Mädels (Schweden und Österreich) wahrscheinlich auffallen werden. Da muss man jetzt eben durch...

Am Dienstag Abend waren wir wieder in der Uptown Bar und nachdem am Anfang gar nichts los war, saßen wir (Katrin, Lilla und ich) mit einem Italiener am Tisch, der uns gleich für kommenden Sonntag zu sich nach Hause zum Essen eingeladen hat. Mal schauen, ob er das dann wirklich durchzieht. Etwas später ist es dann auch voller geworden und die meisten Erasmus-Studenten waren anwesend. Die Bar schließt allerdings um 2, aber da wir eigentlich vorgehabt hatten etwas früher nach Hause zu gehen, waren wir darüber nicht so unglücklich.

Gestern hatte ich meinen Italienisch-Midterm-Test, der eigentlich ein wahnsinnig kurzer Grammatiktest war. Also die ersten 20 % der Note sollten gesichert sein. In zwei Wochen muss ich dann eine Präsentation halten (5 min) - das wird eine kleine Herausforderung für mich. :) Aber nützt ja nichts!

Bezüglich Internet gibt es auch etwas Neues: Unsere Nachbarin hat uns gestern angesprochen, dass sie bei der Telekom angerufen hat und dass sie in den nächsten Wochen eine Wireless-Verbindung bekommt (momentan hat sie nur ein gewöhnliches Modem). Und wenn sie diese dann hat, können wir uns bei ihr beteiligen. Das wird dann zwar wahrscheinlich erst nach Ostern sein, aber dafür haben wir keine Scherereien wegen Kündigung und dergleichen und wir werden auch nicht so viel bezahlen müssen. Also die nächsten 2,5 Wochen muss ich noch so auskommen und im April und Mai darf ich mich dann zu den Glücklichen zählen, die zu Hause über Internet verfügen.

Morgen werden wir zusammen mit den Schwedinnen einen Tagesausflug nach Varese machen. Das ist die Hauptstadt der Provinz, in der ich mich befinde. Dort soll es angeblich einige Schlösser geben, die den Bauten in Wien nachempfunden sind und außerdem viele schöne Parks. Wir hoffen, dass uns das Wetter gnädig ist und nächste Woche könnt ihr euch dann die Fotos ansehen!!

Machts gut!!

Montag, 25. Februar 2008

weird things

  1. Italiener hupen bei jeder Gelegenheit.
  2. Italiener nehmen keine Rücksicht auf andere Verkehrsteilnehmer und fahren wie die Wildsäue.
  3. Die Kirchenglocken in Castellanza sind ohrenbetäubend und läuten willkürlich und teilweise 10 Minuten lang.
  4. Für beinahe alles hier braucht man entweder seinen Reisepass oder seine Steuernummer.
  5. Es gibt kein SCHWARZBROT (nichts Neues, aber trotzdem ärgerlich).
  6. Es gibt keine Soßenbasen und es gibt keine Verdünnungssäfte.
  7. Wenn Italiener merken bzw. wissen, dass man nicht so gut Italienisch spricht, sprechen sie deswegen trotzdem nicht langsamer.
  8. Leerstehende Häuser werden hier nicht abgerissen, es wird einfach gewartet, bis sie sich irgendwann von selbst in Luft auflösen (wird wahrscheinlich nie passieren).
  9. In einer Nebenstraße befindet sich alle zehn Meter eine Erhöhung (wie heißen diese Dinger, wo man nur ganz langsam drüber fahren kann?) – was die Italiener nicht davon abhält, die Geschwindigkeit zu reduzieren.
  10. Eine positive Sache: Getränke-, Kaffee- und Süßigkeitenautomaten sind viel billiger als in Österreich und viel viel viel billiger als am MCI (25 Cent für jegliche Art von Kaffee und 30 Cent für eine Flasche Wasser).
  11. Italiener gehen prinzipiell nie zu Fuß. Eine unserer Schwedinnen ging heute zum Beispiel in den Nachbarort und irgendwann wusste sie nicht mehr wo sie war und dann hat sie ein Rotkreuz-Auto heimgebracht. Sie wollte nur den Weg wissen, aber der Rot-Kreuz-Typ sagte die ganze Zeit nur: „Das ist so weit, das kann kein Mensch zu Fuß gehen“! (3 km oder so)
  12. Banken: Man kann hier in Italien immer nur einzeln in eine Bank hineingehen. Einer geht durch die Tür und steht dann in einem kleinen Raum zwischen zwei Türen, wird gefilmt und darf dann bei grün eintreten… Ja, geniales System! Überhaupt nicht zeitraubend!
  13. Wenn man die Klospülung nicht richtig zudreht (ja, die ist zum drehen), dann tropft es die ganze Zeit. Mein Zimmer befindet sich natürlich Wand an Wand mit dem Badezimmer.

to be continued...

Sonntag, 24. Februar 2008

Pizza & Movie

Wie bereits erwähnt, sind heute Camilla und Nina (beide aus Schweden) zu uns gekommen, um einen Film zu schauen. Zuerst haben wir uns allerdings eine Pizza bestellt. Die Pizzeria heißt „Italian Job“ und der Besitzer spricht Deutsch – nicht besonders gut, aber immerhin. Wir mussten auch nur eine halbe Stunde warten und dann klingelte es schon an der Tür. Die Pizzas sind wirklich billig: Eine Margherita kostet 3,50 und alle anderen so zwischen 4 und 6 Euro. Die Lieferung kostet nur einen Euro – also wirklich günstig. Nachdem sämtlicher Klatsch und Tratsch vom Campus bereits bevor die Pizza kam abgehandelt war, setzten wir uns auf Sofa und sahen und den Film an. Wir entschieden uns für „The devil wears Prada“ – obwohl ich die einzige war, die ihn noch nicht gesehen hat. Er hat mir gut gefallen, nur brauchen Schweden immer Untertitel (wahrscheinlich die Macht der Gewohnheit) und das lenkt mich immer ein bisschen ab. :)

Auf jeden Fall war es ein netter Abend und wird sicherlich wiederholt werden. Nina ist ziemlich Österreich-begeistert und hat dort glaube ich schon mehr gesehen als ich. Das Gesprächsthema wird uns jedenfalls nicht ausgehen!

Samstag, 23. Februar 2008

Comparative Economics & was es sonst noch Neues gibt

Die letzten Tage ist nicht so viel passiert. Am Donnerstag hat eine neue Vorlesung begonnen: Comparative Economics. Diese dauert jedes Mal vier Stunden, was ziemlich langwierig ist. Allerdings hat sich das Gerücht um die Arbeitsmoral hier in Italien wirklich bestätigt. Jeder Lektor kommt zwischen 15 und 30 Minuten zu spät und beendet die Stunde frühzeitig (der Lektor von Italian Society war da wohl eine Ausnahme). Meistens ist das wirklich ärgerlich (zumindest die Sache mit dem später beginnen, weil man als Student „natürlich pünktlich“ da ist). Auf jeden Fall hat dieser Professor eine etwas andere Art zu unterrichten. Kurze Schilderung:
  • Die Stunde beginnt um 9:00 – er kommt um 9:30
  • erste Pause von 10 bis 10:20
  • zweite Pause von 11 bis 11:20
  • Stunde endet um 13:00 – wir dürfen um 12.30 gehen.

Gehen dürfen wir allerdings nur, wenn wir in der zweiten Hälfte der Vorlesung fleißig Fragen stellen. Die erste Hälfte redet nämlich er und wir dürfen weder aufzeigen noch kurz mit dem Nachbarn reden – und in der zweiten Hälfte sind wir aufgefordert Fragen zu stellen. Der Lektor ist aber ganz witzig: Er wurde in Nepal geboren, ist in Indien zur Schule gegangen und hat einiges auf dem Kasten. Das Lustige daran – er ist kleiner als ich. *gg* Aber sein Englisch ist für mich gut verständlich. Der Prüfungsmechanismus wird wohl auch nicht für zu viel Arbeitsaufwand sorgen. Wichtig ist die Anwesenheit (es gibt keine Liste; er sagt, er merkt sich jedes Gesicht und weiß, wer wie oft anwesend war – wers glaubt) und die Mitarbeit in der Vorlesung; weiters müssen wir ein Paper schreiben, das ziemlich kurz ausfallen soll und nur wer mit seiner Punkteanzahl dann nicht zufrieden ist, kann sich einer mündlichen Prüfung unterziehen. Dabei kann man allerdings auch Punkte verlieren. Dafür haben wir die Vorlesung ziiiiiemlich oft! Das einzig komische ist, dass die Italiener ihre Arbeit auch in Italienisch abgeben können und wenn Spanier dabei sein sollte auch in Spanisch. Obwohl es eigentlich ein International Kurs ist (also auf Englisch...). Den Italienern wird überall geholfen, dass sie ja nicht zu viel Englisch sprechen üben!

Gestern, am Freitag, wäre wieder ein Discoabend in Mailand geplant gewesen. Dieses Mal sind wir aber nicht mitgefahren, da wir noch öfter so etwas machen werden und jedes Mal einiges an Geld draufgeht. Vom 7.-9. März wird ein Skitrip in Santa Caterina Valfurva (2005 Ski World Championship) organisiert, bei dem wir aber höchstwahrscheinlich auch nicht teilnehmen werden, da wir zu Hause ja quasi auf der Schipiste wohnen und das Ganze nicht so billig ist. Außerdem wollten wir uns ja das Fußballspiel Liverpool gegen Inter Mailand (sorry für die Verwechslung im vorderen Eintrag – bin ja nicht so der Fußballversteher) ansehen, für das wir allerdings keine Karten mehr bekamen. Am Vormittag gabs noch so ca. 1000 Karten, kurz nach Mittag nur mehr eine. Naja, wird ja sicher noch mehr interessante Spiele geben.

Mittlerweile haben wir uns ein bisschen in den Nachbarorten umgesehen und einige Supermärkte gefunden, die ein bisschen billiger sind, als der direkt hinter unserem Haus. Heute waren wir beim Lidl und haben erstaunlicherweise viele Produkte mit deutscher Aufschrift gefunden (wir haben uns wie daheim gefühlt). Ärgerlich ist die Tatsache, dass wir es bis jetzt immer noch nicht geschafft haben, in unserer Wohnung Zugang zum Internet zu bekommen. Eine Freundin wollte uns ja beim Übersetzen helfen, aber die hatte bis jetzt noch keine Zeit und mit meinen nicht vorhandenen fachspezifischen Italienischkenntnissen wird das Ganze wahrscheinlich etwas schwierig werden. Aber es kann sich nur noch um Tage handeln!!! Hoffe ich zumindest! Drückt mir die Daumen!

Heute Abend haben wir die Schwedinnen zum Pizza Essen (ca. 5 Euro die Pizza und 1 Euro die Lieferung) und DVD schauen eingeladen – ich werde dann morgen berichten wies war! Bis dahin, liebe Grüße in die Heimat und an alle, die sich irgendwo auf den Kontinenten verstreut befinden.

Mittwoch, 20. Februar 2008

Economic Policy & all u can eat @ Uptown

Also heute startete einer unserer Kurse und zwar Economic Policy. Im Prinzip ist der ganze Kurs nur eine Wiederholung von dem, was ich sowieso schon zweimal gelernt habe, aber er geht etwas mehr auf Makroökonomie ein (was mich eigentlich mehr interessiert) und bisher haben wir uns eher auf Mikroökonomie konzentriert. Die Professorin spricht eigentlich ein gutes Englisch, zumindest verstehe ich alles. Es sitzen auch relativ viele Italiener in diesem Kurs, also lernen wir auch ein paar von denen kennen.

Nach einer ausgiebigen Shoppingtour im Supermarkt und zwei Stunden Italienischkurs trafen wir uns mit Andrea (AT) und Lilla (HU) in deren Zimmer. Camilla (SE) und Heidi (FI) waren auch da und wir saßen kurz zusammen bevor wir zur Uptown Bar gingen, um dort mit allen anderen zu essen. Es handelt sich dabei um eine nette 2-stöckige Bar (nicht zu riesig) gleich neben dem Campus. Dort gibt es Cocktails jeglicher Art und zu essen gab es Tortellini, Lasagne, Pizza… Was das Herz eben begehrt (und das umsonst *g*). Wir saßen also alle nett beisammen und ich lernte wieder einige neue Leute kennen. Ich redete auch mit zwei Italienern aus meinem Economic Policy Kurs und die erklärten mir, dass eigentlich nur die Italiener aus dem Süden so aggressiv und aufdringlich sind. Naja, mal sehen, aber sie schienen ganz nett zu sein.

Außerdem hätte ich die Möglichkeit gehabt morgen nach Paris zu fliegen – für eine ganze Woche (und gar nicht teuer). Leider musste ich absagen, da ich so viele Kurse habe. Ein paar andere fahren nach Rom am Donnerstag, aber auch da kann ich leider nicht dabei sein. Aber da vom Erasmus Network hier sowieso noch einiges organisiert wird, ist das nicht so schlimm. Um ca. halb 2 machten wir uns dann zu dritt auf den Heimweg (Katrin, Sarah (Iceland) und ich), da sonst fast keiner mehr da war. Übrigens: wusstet ihr, dass es in Island keine Züge gibt?? Strange… Sie und ihr Freund trauten sich zu Anfang gar nicht in den Zug hier einzusteigen, haben es dann aber trotzdem probiert. :)

Heute, Mittwoch, haben wir keinen Kurs und deswegen sitzen wir gerade in der Uni beim Internetsurfen. Wir wollten eigentlich zu einem Treffen mit einer der Damen aus dem International Office gehen (weil wir einige Überschneidungen bei den Kursen haben), aber es stellte sich heraus, dass die uns gar nicht weiterhelfen. Wir müssen angeblich Kurse tauschen, aber da wir das schon bei einem Kurs getan haben und keine weiteren tauschen werden, müssen wir wohl mit den Professoren reden, ob wir manchmal fehlen können. Wird wohl hier kein Problem sein…

Heute werden wir noch zu einem Supermarkt im Nachbarort fahren, um zu schauen, ob es da billiger ist und dann kommt noch der Küchenmensch, der unsere Gasplatte repariert. Außerdem müssen wir immer noch denjenigen ausfindig machen, der in unserem Gebäude über Internet verfügt und fragen, ob wir sein Wireless-Netz mitbenützen dürfen (anscheinend ist das hier in Italien üblich).

Dann bis demnächst!

PS: In ca. zwei Wochen findet das Rückspiel von Liverpool gegen Inter Mailand statt (Liverpool hat gestern gewonnen – für die, die das nicht wissen) und wir werden da wahrscheinlich hingehen!!

Montag, 18. Februar 2008

Movie Night @ Mexican’s

Der Sonntag verlief wieder etwas ruhiger und ich machte mir daran, den ersten Artikel für Italian Society zu lesen. Er war etwas lang und deshalb schaffte ich es nicht mehr, das Kommentar dazu zu schreiben – bzw. wollte ich nicht mehr. Kurz darauf meldeten sich die Mexikaner, ob wir nicht Lust hätten einen Film bei ihnen zu schauen. Wir sagten zu und trafen und um 21 Uhr in deren Wohnung – Anne, die Französin, war auch eingeladen. Nachdem wir ausreichend mit Tee und Süßigkeiten versorgt wurden, schauten wir uns den Film an. Wenn ich gewusst hätte, dass die Mexikaner gar keinen Film zu Hause haben und wir uns so Robin Hood (Men in Tights – also die Verarschungsversion) anschauen mussten, dann hätte ich einen meiner Filme mitgebracht. Der Film war ein Flop, nur Anne hat sich kaputtgelacht (sie hat ihn schon 10x gesehen). *g* Naja, danach gabs auf jeden Fall eigens von Memo zubereitete Quesadillas (zumindest so was ähnliches, weil es in Italien nicht die richtigen Zutaten gibt) – das sind Tortillas mit Käse- oder Brot- und Fleischfüllung – und Kakao. Die eigens aus Mexiko mitgebrachte Salsa Sauce war etwas zu scharf für mich, aber in kleinen Mengen ganz gut. Ich habe wieder einiges über die mexikanische Kultur gelernt und dass nicht alle Mexikaner so traditionell sind wie unsere beiden. Iván, the Magician, führte uns später noch einige seiner Kartentricks vor, die wirklich unfassbar sind. Ich habe nicht die leiseste Ahnung, wie er das anstellt…


Der Abend war also ganz nett und um kurz nach 1 Uhr machten wir uns wieder auf den Heimweg. Wir haben ja heute vorlesungsfrei. :) Morgen geht’s dann los mit Economic Policy.

Sonntag, 17. Februar 2008

Mailand: Shopping & Clubbing


Nachdem der Freitag Abend etwas ruhiger verlief, standen wir heute am Samstag etwas früher auf und fuhren mit dem Zug nach Mailand. Am Bahnhof trafen wir auf vier Holländer und zwei Mexikaner, denen wir uns dann anschlossen. Kleine Anmerkung zu den Mexikanern: Die zwei sind wahre Gentlemen (solche der alten Schule) – Ladies first, Taschen tragen, über die Straße geleiten… Wir fuhren dann weiter mit der U-Bahn zum Piazza Duomo (also dort, wo der Dom steht *g* - den wir unbedingt bei schönerem Wetter einmal erklimmen müssen) und trennten uns dort. Die Mädels gingen shoppen und die Jungs… Keine Ahnung – Autos fotografieren oder so was. Der riesen Einkauf wurde leider nicht daraus, da nicht so viel Zeit war – aber Geschäfte gäbs genug. Um zwei Uhr trafen wir uns dann wieder und gingen gemeinsam essen in so ein Selbstbedienungslokal (es gab eine riesen Portion Risotto agli spinaci um 3,50 – mit riesig meine ich, dass ich nicht einmal die Hälfte aufaß). Danach machten wir uns dann auf den Weg zum Castello Sforzesco (wo gerade Leonardo da Vinci’s „Letztes Abendmahl“ ausgestellt ist). Hinter dem Schloss befindet sich ein wunderschöner Park und außerdem war gerade ein Rummelplatz dort. Natürlich mussten wir mit der Geisterbahn fahren (zu erwähnen wäre, dass alles wirklich nur für kleine Kinder war). Für 2,50 war die Fahrt mehr als schwach und die anfängliche Angst unseres Rudgers (Holländer) erwies sich als überflüssig – habe keinen Geist gesehen und auch ansonsten wars einfach nur dunkel und sonst nix… Anschließend gingen wir noch kurz durch den Park und machten uns dann um halb 5 auf den Heimweg.


Ein wenig später waren wir dann mit den Schwedinnen verabredet – eine Runde UNO vor der Disco war angesagt. Um 20 Uhr kamen sie also bei uns vorbei – leider nur zwei von ihnen, da die dritte keine Lust hatte. Wir mussten uns zum zweiten Mal einen Flaschenöffner ausleihen, diesmal bei einem anderen Nachbarn. :) Aber auch der war wirklich nett und fragte uns gleich, wo wir herkommen. Um 22:15 machten wir uns auf dem Weg zum Bus, welcher natürlich erst um 23:00 losfuhr. Etwas ärgerlich ist die Tatsache, dass die freien Plätze im Bus an Italiener vergeben werden, die billig in eine Mailänder Disco kommen wollen. Ärgerlich deshalb, weil Italiener bekannter Weise wahnsinnig anstrengend sind (ich erinnere an die Malta-Reise). Vor dem Club, der übrigens „The Club“ heißt, stand eine ziemlich lange Schlange an, aber wir VIP’s sind natürlich sofort hineingekommen. *g* Drinnen wars noch ziemlich leer, was sich aber schnell änderte. Der erste Drink war umsonst und alle weiteren kosteten wieder zwischen 10 und 12 Euro. Wir stürmten natürlich gleich wieder die Tanzfläche (ich gezwungener Weise à Gruppenzwang) und blieben da auch für die nächsten 2,5 Stunden. Leider wurde auch hier das Rauchverbot nicht ganz eingehalten und aufgrund von Überfüllung, schlechter Luft, lauter Musik und blinkenden Lichtern war ich dann ganz froh, als wir wieder draußen waren. Nochmals zu erwähnen wären hier die Mexikaner, die auch dieses Mal auf mich aufpassten und so entging ich den lästigen Italienern, die die Angewohnheit haben auf der Tanzfläche einfach immer näher zu kommen (Körperkontakt sei hier auch nicht ausgeschlossen). Aber ein brauchbares Rezept: einfach zwischen die Mexikaner stellen, dann hat man keine Probleme. *g*

Um 3 Uhr fuhren wir also zurück – fast hätte ein Mädel den Bus versäumt (eine Italienerin machte den Busfahrer auf „una ragazza Erasmus, una bionda“ aufmerksam). Wir wollten uns zu 5. auf den Heimweg machen (alle, die nicht am Campus wohnen – Anne, die Mexikaner und wir zwei), als sich uns ein Engländer anschloss, der bereits das zweite Semester hier ist und unbedingt jemand suchte, der mit ihm nach Hause geht, weil er jetzt alleine wohnt. Ich war ja nicht so sehr begeistert, aber wir gingen doch mit. War ziemlich der Reinfall – er wollte uns etwas zu Essen auftischen, allerdings fiel das etwas dürftig aus. Nach kurzem Hin und Her, wie wir uns jetzt nach 10 Minuten wieder aus dem Staub machen können, stand Memo einfach auf und sagte: „I’ve an appointment with my bed now!“ Also sind wir wieder abgehauen – peinliche Situation (ihr hättet dabei sein müssen). Ein „What was that?“ unter viel Gelächter ließ sich nachher nicht vermeiden, aber mir wollte ja keiner glauben. Jedenfalls gings dann ab nach Hause ins Bett.

Und wenn mich mein Weisheitszahn nicht in nächster Zeit umbringt, dann werdet ihr bald wieder von mir hören!

Freitag, 15. Februar 2008

Einkauf am Markt


Ciao ragazzi,

Freut mich, dass euch meine Einträge gefallen. Heute habe ich ja frei und deswegen sind wir am Vormittag auf den Markt in Castellanza gegangen, der hier jeden Freitag Vormittag stattfindet. Hier gibt’s nicht nur Obst, Gemüse, Fleisch, Wurst, Käse, Brot und jede Menge Fisch, sondern auch Kleidung, Taschen, Schuhe etc. So ein Markt besitzt wirklich viel Flair, man kann hier zum Beispiel beobachten, wie sich die älteren italienischen Männer herzlich begrüßen und wie sie miteinander umgehen. Wir haben etwas Obst und Gemüse gekauft und dann haben wir auf einmal einen Stand gesehen, der SCHWARZBROT verkauft (Foto siehe unter Sonstiges). Also nach zwei Wochen wissen wir endlich wo wir solches bekommen können. Man kann ja nicht die ganze Zeit Weißbrot essen. Der Mann bei dem Stand hat übrigens gesagt (und ich zitiere – auf Deutsch): „Ich muss euch ein Kompliment aussprechen, ihr seid wirklich hübsch!“ Ja ok, bei uns bekommt man das nicht so oft zu hören, aber ist auch nicht unbedingt mein Fall. Auf der Straße kommt es übrigens auch öfters vor, dass jemand hinter dir auf einmal anfängt ein Lied zu trällern (le stelle sono belle… oder so ähnlich).

Gut, also danach haben wir uns noch eine SIM-Karte gekauft. Läuft alles etwas anders hier in Italien – wir konnten zum Beispiel keinen Aufladebon kaufen, da das dann anscheinend erst ab morgen geht. Und zum Aktivieren der Karte muss dich irgendjemand mit einer gleichen SIM-Karte für drei Sekunden anrufen. Äußerst logisch… Mein Versuch eine Calling Card zu kaufen, um billiger nach Österreich zu telefonieren, war auch nicht ganz erfolgreich. Die Frau dort hat glaube ich nicht so ganz verstanden, was ich wirklich wollte. Komisch, dabei spreche ich fließend Italienisch. Kommt Zeit, kommt Rat – hoffe ich!

Muss mir jetzt überlegen, was ich mit dem restlichen freien Tag anfange. Vielleicht hört ja irgendwann in absehbarer Zukunft mein Weisheitszahn auf zu schmerzen. Wir werden sehen. Das Wetter wird auch immer besser – nur wärmer wird’s nicht unbedingt!!

Ciao

Mittwoch, 13. Februar 2008

Abendessen auf Österreichisch

Die zweite Woche ist nun schon fast wieder geschafft – von den Kursen her. Nach drei vierstündigen Italian Society Sessions treffen wir uns in diesem Kurs nur noch einmal im April. Die Vorlesung wäre schon interessant gewesen (es ging ja um italienische Geschichte), allerdings war der Lektor etwas unorganisiert und die Vorlesung so etwas unstrukturiert. Aber er hat immer wieder Österreich erwähnt und uns zwei dabei angelächelt und viele italienische Lieder vorgespielt. :) Wir müssen nun, um unsere 4 Credits zu erhalten, vier lange Artikel lesen und kommentieren und ein final paper über irgendein geschichtliches Thema (Italien betreffend) verfassen. Dieses ist dann noch zu präsentieren und das wars dann!

Heute Abend fand unser österreichisches Essen statt. Da eine der Schwedinnen nicht kommen konnte (sie wohnt nämlich in Como bei ihrer Tante – das ist ein bisschen weiter weg), war stattdessen Grace (unsere Chinesin aus Hong Kong – die nächste Woche Österreich unsicher machen wird) dabei. Wir waren also zwei aus Österreich, zwei aus Schweden, eine Chinesin und eine Französin. Das Essen hat ihnen allen wunderbar geschmeckt – zumindest haben sie alles leergefuttert. Wir machten heute auch das erste Mal Bekanntschaft mit unseren direkten Nachbarn. Wir läuteten um sie nach einem Weinöffner zu bitten, da wir sowas natürlich nicht im Haus hatten. Sie war total freundlich und sagte uns gleich, dass sie mit uns einen Mülleimer teilen und wir keine Säcke zu kaufen brauchen, da sie genügend haben. Und da wir ja nur für 4 Monate hier sind… Wirklich total freundlich alle – nur ist es etwas schwer, sich auf Italienisch zu verständigen, aber ein paar Brocken gehen schon. *gg*

Das Erstaunliche an diesem Abend war ja eher die Tatsache, dass man wirklich nichts mitbekommt, wenn man nicht am Campus wohnt. Aber wir haben ja gottseidank unsere Informanten. Aber wirklich schlimm… :) Was man da alles erfährt: wer mit wem (es gibt bereits ein Pärchen unter den Erasmus Leuten) und wen die Rettung ins Krankenhaus bringen musste (zwei nach dem Pizza Dinner) und und und… Ich komme mir vor wie unter einer Bande 16-jähriger, die gerade auf Klassenfahrt sind. Aber es gibt auch ein paar „normale“ Leute hier… *fg*


Also morgen ist Valentinstag und ich bin ganz alleine. *wein* Dafür hab ich nur einen Italienischkurs am Nachmittag und das wars dann für diese Woche. Am Freitag werden wir das erste Mal auf den Markt in Castellanza gehen (Obst und Gemüse kaufen) und ich hoffe, dass ich endlich meine Sim-Karte besorgen kann. Am Samstag werden wir nach Mailand shoppen fahren und außerdem steht wieder ein Disco-Besuch an. Da beginnt nämlich die Fashion-Woche in Mailand – vielleicht „treffen“ wir ja ein paar VIPs. Ob das mit dem Internet hier nochmal was wird, bezweifle ich ja – Italiener sind wirklich langsam. Immer heißt es nur: domani, domani, domani… Wir werden sehen!! Bis dann!

Ps: Leider ist die Anzahl der Fotos von diesem Abend etwas dürftig, aber ich sollte noch welche nachgereicht bekommen!! Zu finden sind sie unter „Sonstiges“!

Montag, 11. Februar 2008

Italian Society

Heute fand die erste meiner Vorlesungen statt. Der Lektor heißt Luca Pes und unterrichtet eigentlich an einer Uni in Venedig. In dem Kurs geht es um die Geschichte Italiens. Er erzählte uns einiges rund um „l’unificazione del stato“. Also wann Italien ein einheitlicher Staat wurde und welche Rolle Österreich dabei spielte… :) Gut, dass er noch nicht weiß, dass Katrin und ich aus Österreich sind. Italien wurde ziemlich unterdrückt von uns… Er spielte uns sogar ein anti-österreichisches Lied vor. *g* Diesen Kurs haben wir 3x in dieser Woche. Anschließend müssen wir vier Artikel lesen und zusammenfassen bzw. kommentieren. Anschließend müssen wir uns ein Thema aussuchen, worüber wir dann unser final paper schreiben müssen. Irgendetwas über Italien, was uns eben interessiert. Das Ganze müssen wir dann am 18. April präsentieren und dann noch irgendetwas über die Diskussion danach verfassen. Außerdem sollten wir regelmäßig den Blog zur Vorlesung besuchen und uns einbringen.

Bis auf den Italienischkurs und eben diesen ist ansonsten diese Woche nicht viel geplant. Am Mittwoch werden Katrin und ich Anne (die Französin) zu uns zum Essen einladen, da sie uns letzte Woche so nett beim Einzug in die Wohnung half. Wir werden etwas typisch Österreichisches kochen, nämlich Wiener Schnitzel mit Kartoffelsalat. Bin gespannt, wie ihr das schmeckt! Es kommen außerdem noch 3 Schwedinnen vorbei - die sind schon total gespannt aufs UNO spielen.

Bis zum nächsten Mal!

Ps: Gerade hat ein Bofrost-Auto vor unserem Haus geparkt. :)

Sonntag, 10. Februar 2008

Ikea und Pizza Dinner

Die Fahrt zum Ikea stellte sich als etwas schwieriger heraus als wir uns gedacht hatten. Italienische Straßen sind wirklich ziemlich schlecht beschildert. Wir verpassten die erste und wichtigste Auffahrt und gurkten so eine Stunde umsonst durch die Gegend, bis wir endlich dort hinfanden, wo wir hinwollten. Beim Ikea angekommen machten wir uns daran, die Dinge zu besorgen, die wir brauchten und nach einer kleinen Stärkung in Form von Speiseeis gings dann auch schon wieder heimwärts. Die Rückfahrt gestaltete sich gottseidank problemlos.

Um 8 Uhr fand dann das Pizza Dinner in einer Pizzeria in der Nähe vom Supermarkt statt. Wir bekamen eine Pizza, ein Getränk und eine Nachspeise und mussten nichts dafür bezahlen. Es war meine erste richtige Pizza hier und da ich ein Pizzarand-Fanatiker bin, war sie für mich genau richtig. Das Dinner war leider nicht sehr gemütlich, da es mehr ein Saufgelage als ein gemütliches Essen war. Die Italiener vom Network haben die ganze Zeit italienische Lieder gegrölt und die verschiedenen Länder aufgefordert zu trinken. Übersetzt hieß das Ganze so viel wie: Wer aus (hier das Land einsetzen) ist, soll aufstehen, sein Glas nehmen und trinken, trinken, trinken… Das lässt sich beliebig oft fortsetzen! Einer der Erasmus-Studenten kommt aus Thailand und heißt Hu *g* - er verträgt wirklich eine Menge. Letztes Mal endete es allerdings damit, dass er den Mülleimer in der Küche des Studentenheims mit dem Klo verwechselte… Die meisten Mädls sind also kurz nach 10 wieder abgedampft, da für einige von uns morgen die erste richtige Vorlesung beginnt – Italian Society von 9 bis 13 Uhr.




Machts gut!!

Samstag, 9. Februar 2008

Trip to Como

So, wie bereits angekündigt, sind wir heute mit dem Bus nach Como gefahren. Der Trip war von der Uni finanziert, also mussten wir nichts dafür bezahlen. Wir trafen uns um 2 Uhr, kamen allerdings erst um 3 Uhr in Como an, da es hier immer etwas länger dauert, bis man dann tatsächlich abfährt. Während der Fahrt saß ein Mexikaner neben uns und zeigte uns verschiedenste Zaubertricks, die wirklich wahnsinnig beeindruckend waren. Ich weiß immer noch nicht, wie er das gemacht hat. Er zeigte uns dann auch ein Spiel, das wir dann zu Hause auch mal spielen müssen. Jeder bekommt eine Karte (entweder Ass, König oder normale Zahlenkarten). Derjenige, der das Ass hat, ist der Killer und der mit dem König der Detective. Der Killer „tötet“ seine Mitspieler indem er zwinkert (Voraussetzung: Man kann schnell und unauffällig blinzeln – was nicht unbedingt meine Stärke ist). Der Detective muss den Killer enttarnen. Es gibt noch zahlreiche Anpassungen, die das ganze Spiel noch etwas erschweren. Aber wirklich lustig.

Auf jeden Fall dachten wir uns eigentlich, dass die Leute vom Network bestimmt eine Führung durch die Stadt oder etwas Ähnliches geplant haben. Falsch gedacht: Sie entließen uns einfach und sagten in 3 Stunden treffen wir uns wieder. Naja, wir gingen dann zu 8. mit ein paar Schwedinnen alleine auf Erkundungstour. Man kann dort mit einem Minizug den Berg hinauffahren und von dort hat man eine wunderschöne Aussicht auf den See und die umliegenden Berge. Anscheinend kann man von dort auch die Alpen sehen – heute leider nicht. Übrigens ist hier jeder wahnsinnig fanatisch, wenns um die Alpen geht. Dort oben war es also wirklich schön, ich hoffe, meine Fotos gefallen euch. Wieder unten angekommen, sind wir dann noch in die Altstadt geschlendert, um dort den Markt zu sehen. Außerdem befindet sich mitten in der Stadt eine wunderschöne Kirche, in der wir noch eine Kerze anzündeten. Anschließend trafen wir uns alle wieder und gingen in ein Lokal, wo wir gratis essen konnten. Es gab typische italienische Speisen wie Pizza, Nudeln, Antipasti und dergleichen. Dafür waren die Getränke wahnsinnig teuer.


Zu einem schockenden Ereignis kam es dann noch vor dem Essen. Ich hatte nämlich bei meiner Kamera vergessen, die Serienbild-Funktion, die ich aktiviert hatte, auszuschalten. Daraufhin wollte ich einige Bilder wieder löschen und muss dabei wohl zufällig auf „Alle löschen“ gekommen sein. Naja, auf jeden Fall waren alle meine Bilder des heutigen Tages weg… :*( Aber ich bin ja ein kluges Mädchen und habe zu Hause mein Recovery-Programm ausgepackt und konnte so alle Bilder wieder herstellen. *smile* Also merkt euch: Nichts, was ihr nicht vollständig (= Formatierung) von euren Kameras, Festplatten etc. löscht, ist verloren.
Um 8 Uhr fuhren wir dann wieder zurück und nach ein paar weiteren Runden „Killer & Detective“ im Bus gingen wir nach Hause, weil die meisten von gestern noch ziemlich geschafft waren. Morgen werden Katrin und ich zum Ikea nach Mailand fahren, um noch einige Dinge für die Wohnung zu besorgen. Am Abend sind wir dann noch zu einem Pizza Dinner in Castellanza eingeladen.

Disco-Besuch in Mailand (Shocking)

Gestern Abend sollten wir uns um halb elf Uhr vor dem Studentenheim treffen um zusammen mit dem Bus nach Mailand in eine Disco namens Shocking zu fahren. Wir bezahlten für alles zusammen 10 Euro. Da wir uns erst so spät trafen, kamen um ca. 8 Uhr Andrea und Lilla (von uns liebevoll DIE MONARCHIE genannt – Österreich & Ungarn) vorbei um ein paar Runden UNO zu spielen und etwas zu trinken. Nachdem Katrin und ich das Spiel jeweils 4x für uns entscheiden konnten, machten wir uns nach 10 auf den Weg zum Studentenheim. Bis dann schließlich alle – die meisten in einem leicht angeheiterten Zustand – im Bus verstaut waren und wir endlich vor der Disco standen, war es bereits halb 12 Uhr. Die beste Idee kam dann von den ESN-Typen, die das Ganze organisierten. „Leave your coat in the bus and BE BACK AT 3 O’CLOCK – otherwise you will have to pay a taxi“. Ok, wir ließen also alle brav unsere Jacken im Bus und schauten etwas verwundert, dass alle Organisatoren in ihren Mänteln dastanden. Naja, kein Wunder, wir mussten auch ca. 10 Minuten vor der Disco warten bis wir endlich hinein konnten. Ich muss zugeben, etwas kalt wars schon. Zum Glück wurden wir nur fast überfahren, als alle 70 Studenten zu gleich bei Rot und mit riesen Geschrei über die Straße stürmten. Gut, also wir bekamen einen Stempel und durften hinein. Bei einer bestimmten Bar gabs für uns alle Getränke um 5 Euro. Wenn ich alle sage, meine ich auch alle – also auch Mineralwasser… :) Die Disco war nicht besonders riesig, aber genauso wie man sich eine richtige Disco vorstellt. Super Sound, bis auf einen kleinen Durchhänger in der Mitte, der aber von Oldies gefolgt war. Alle waren in einer ausgelassenen Stimmung, es wurde getanzt und gefeiert. Also da war nix mit Rosso-Sound. Um 3 Uhr liefen wir dann alle wieder zum Bus und wir mussten nach mehrmaligem Ermahnen, ja nicht den Bus zu verpassen, niemanden zurücklassen.

Der erste Besuch in einer Mailänder Disco war also ein Erfolg! Fotos könnt ihr in meinem Album sehen, das sich übrigens ganz rechts unten unter dem Link „My Fotopage“ versteckt. Klickt einfach drauf und dann auf „Öffentliche Galerien“. Viel Spaß!

Kurzer Nachtrag zum vorhergehenden Eintrag: Habe ganz vergessen zu erwähnen, dass bei jeder Studentenparty im Studentenheim zwei Polizisten daneben stehen – und zwar den ganzen Abend. Aber scheißegal, ob jemand in der rauchfreien Zone (also quasi im Haus) raucht und sie das sehen… who cares? Also von wegen strenges Rauchverbot…

So, jetzt muss ich gehen, da wir jetzt nach Como fahren, um die Stadt zu besichtigen!!

Freitag, 8. Februar 2008

International Dinner

Gestern fand das Internationale Dinner statt. Alle Nationalitäten sollten eine Spezialität ihres Landes mitbringen. Wir drei Österreicherinnen trafen uns in unserer Wohnung um Palatschinken zu kochen. Sie wurden etwas klein, da wir keine größere Pfanne hatten, aber immerhin wurden sie fast alle aufgegessen. Außerdem kochte Lilla (eine Ungarin) bei uns ihre Paprikakartoffel. Das ist ein Gericht, das unserem Gulasch ähnelt (da sind aber auch Nudeln drin), nur war es nicht scharf, weil sie nicht die passenden Zutaten kaufen konnte.

Um 8 Uhr gingen wir dann zum Campus und dort waren bereits alle versammelt. Ich habe nicht viel probiert, da mein Magen wahrscheinlich nicht mitgespielt hätte. Aber es waren wirklich viele verschiedene Speisen dabei. Leider haben die Franzosen Crêpe gemacht und die waren dann ziemlich ähnlich wie unsere Omletten. :)

Gestern bin ich auch endlich draufgekommen, warum die Schweden so gut Englisch sprechen. Alle Filme laufen dort in Englisch mit schwedischen Untertiteln. Und als wir ihnen von unserem System erzählten, fanden sie das ziemlich "stupid". Eine von ihnen sagte: "What, you could be the voice of Brad Pitt??"

Außerdem habe ich gestern endlich meinen Schreibtisch bekommen und die Waschmaschine wurde repariert. Wir haben jetzt auch einen Schlüssel für den Postkasten.

Meine Adresse:
Via Borsano, 5
21053 Castellanza

Heute haben wir unseren Studenplan bekommen und leider überschneiden sich viele Kurse bei uns. Jetzt müssen wir schauen, dass wir das bis 20. Februar irgendwie beseitigen können. Ich wollte zudem einen Englischkurs besuchen, da man hier das Cambridge Certificate von der Uni bezahlt bekommt. In Österreich würde man dafür ungefähr 160 Euro bezahlen. Auf jeden Fall wird das wohl nichts werden, da dieser Kurs jeden Donnerstag Vormittag stattfinden und ich da schon andere Kurse haben. Schade!

Bis bald!

Dienstag, 5. Februar 2008

Die erste Nacht & das ein oder andere Malheur

Als erstes ist mir aufgefallen, dass in meinem coolen Kinderzimmer die Sterne über meinem Bett leuchten, wenn man das Licht ausmacht – der Traum eines jeden Mädchens (unter dem Sternenhimmel einzuschlafen). Das Zimmer ist übrigens größer als meines zu Hause, allerdings steht nicht viel hier drin. Die Nacht verlief in etwa wie die erste. Meine Matratze ist viel zu hart und das Bett viel zu klein für mich. *g* Die Wände sind wirklich dünn, zweimal hörte ich das Baby einen Stock drüber weinen und seine Mutter, wie es versuchte, es wieder in den Schlaf zu wiegen. Außerdem hört man jedes Aufdrehen des Wasserhahns und in einer Wand meines Zimmers scheint es ständig zu tropfen, was auch immer das sein mag.

Wir hatten heute Vormittag eine Einführung in die Webpage der LIUC – ziemlich easy. Danach verbrachten wir über eine Stunde bei den Leuten von den Computer Services. Sie versuchten unser Wireless, das wir an der Uni benützen können, einzurichten. Nachdem ein zweiter kommen musste und einige Zeit vergangen war, haben sie es wohl doch noch geschafft. Wenigstens haben wir jetzt in der Uni einen Internetzugang, zu Hause siehts da noch nicht so rosig aus.

Nach einer kurzen Panne beim Versuch, etwas Essbares ins Rohr zu schieben (die Sicherung flog und niemand hat uns gezeigt wo diese zu finden ist, wenn so etwas passieren sollte – Katrin behob das Problem, allerdings blieb das Essen auf der Strecke), starteten am Nachmittag die Italienischkurse und ich habe es tatsächlich ins Level 3 geschafft (also das höchste). Die Lehrerin redet allerdings sauschnell und nicht unbedingt deutlich und wir gehen mit dem Stoff ziemlich schnell voran. Also muss ich mich ranhalten, wir haben die nächsten zwei Wochen nämlich fast jeden Tag.

Ich habe hier schon viele nette Leute aus den unterschiedlichsten Ländern kennengelernt und auch die Mitarbeiter an der Uni sind wirklich wahnsinnig freundlich und interessieren sich sehr für die Erasmus-Studenten.

Morgen werden wir den ersten Großeinkauf starten, also bis zum nächsten Mal!

Montag, 4. Februar 2008

First day of Orientation & Einzug in die Wohnung

Heute war ein wahnsinnig stressiger, aber sehr erfolgreicher Tag für uns. Angefangen hat es damit, dass wir bereits vor 8 Uhr unser Gepäck wieder ins Auto schafften, da wir schon wieder aus dem Zimmer raus mussten. Die Nacht ist sehr unruhig verlaufen, da die Heizungsrohre (oder was auch immer das für Rohre waren) die ganze Zeit laute Geräusche machten. Um 10 Uhr startete die Einführung, wo uns allerhand Nützliches erklärt wurde. Kurz darauf stellte sich das ESN (Erasmus Student Network) vor. Diese Woche ist schon total ausgebucht mit Parties und Trips – aber davon dann, wenn es so weit ist. Wir mussten uns alle vorstellen und lernten somit viele neue Menschen kennen. Niemand kommt aus Deutschland, so wir sind nur drei Mädls, die Deutsch sprechen. Allerdings gibt’s wahnsinnig viele Schweden, die alle Deutsch gelernt haben, sich allerdings nicht zu sprechen trauen. Wir lernten außerdem eine Französin namens Anne kennen, die uns sofort mit vielen brauchbaren Tipps überschüttete. Nach einer Mittagspause, in der wir herausfanden, dass genau zu dieser Mittagszeit alles in Italien geschlossen hat. Bis auf ein Pizza & Kebap Take away – wenn ich aber nicht wüsste, dass ich in Italien bin, hätte ich es wohl an diesem ersten Pizzastück nicht erkannt. Der wird uns wohl nicht wiedersehen…

Am Nachmittag fand dann der Einführungstest in Italienisch statt. Wir schrieben den für Level 2 & 3. Wirklich schwer wäre er ja nicht gewesen (man beachte, dass ich 5 Jahre Italienisch hatte) – hätte man sich davor etwas angeschaut. Aber ok, alle Vokabel kann man ja auch nicht verstehen. Morgen gibt’s auch jeden Fall die Ergebnisse und Einteilung in die Gruppen. Am Nachmittag starten dann schon die Italienischkurse.

Um vier Uhr hatten wir dann unseren Termin beim Maklerbüro und ich bin froh, dass Anne (unsere Französin) uns freiwilliger Weise begleitete. Habe ich schon erwähnt, dass sie perfekt Italienisch spricht? Sie war uns eine riesen Hilfe, denn sie blieb bis ca. 7 Uhr abends bei uns und übersetzte alles, was nötig war. Als erstes fuhren wir mit der äußerst netten uns hilfsbereiten Maklerin, Antonella ihr Name, zur Wohnung, die wirklich nur 5 Gehminuten von der Uni entfernt ist. Das Gebäude ist ziemlich hoch und sieht von außen eigentlich ganz gut aus. Als wir dann die Wohnung, die sich im ersten Stock befindet, von innen sahen, waren wir alle ganz baff. Wir konnten unser Glück gar nicht fassen. Das Appartement ist wirklich riesig und es hallt sogar, weil so wenige Möbel drin stehen. Das Beste zuerst: Wir haben wirklich und wahrhaftig 3 Balkone… Die Wohnung ist sehr hell, da so viele Fenster und Balkontüren vorhanden sind. Unser Wohnzimmer hat einen wunderschönen dunklen Schrank und Tisch (leider fehlt ein Fernseher). Wir haben eine eigene Küche, obwohl wir uns nur so eine Kochnische erwartet haben. Es gibt sogar Besteck, Kochtöpfe und Teller – also wir brauchen nichts zu kaufen. In der Küche befindet sich ein Gasherd, ein normaler Ofen und eine GESCHIRRSPÜLMASCHINE… Luxus pur. Der Kühlschrank ist riesig und wir haben drei Tiefkühlschubladen. Ok, dann das Bad ist wunderschön mit einer Badewanne inklusive Dusche – alles mit Massagefunktion und –düsen. Weiters wären die zwei wirklich geräumigen Schlafzimmer zu erwähnen. Ich habe das Kinderzimmer gewählt und deswegen jetzt gelb-blaue Wände mit Winni Pooh Wandverzierungen und einer Sonne, Mond und Sternen. Nice… Es fehlen nur noch ein Schreibtisch und eine Schreibtischlampe bei mir. Fotos werde ich demnächst online stellen. Ok, noch eine Kleinigkeit: Wir besitzen eine eigene Waschmaschine!!! Sogar einen Parkplatz haben wir. Besser kann mans nicht erwischen und einige werden ziemlich neidig sein, da sie alle nur im Studentenheim wohnen, weil die Uni vermittelt hat, dass man für vier Monate keine Wohnung bekommt.




Jetzt war es also schon 8 Uhr abends (die Besitzer der Wohnung sind wirklich wahnsinnig nette Italiener, die uns alles erklärten – wie die eigene Mutter – und halfen uns noch beim Gepäck schleppen) und wir mussten uns noch beeilen, dass wir zum IPERSTANDA kommen. Das wäre der Supermarkt, der wirklich alles hat und immer bis 9 Uhr geöffnet hat. Das Wetter war uns leider nicht gnädig, es schüttete nämlich den ganzen Tag wie aus Kübeln. Bis jetzt waren alle wirklich freundlich mit uns. Bin mir nicht ganz sicher, ob ich mir die Haare färben sollte, dann wird man vielleicht nicht mehr so blöd angeschaut, wenn man irgendeinen Raum betritt… Aber mein Teint wird schon auch das seine dazu beitragen. Man möchte meinen, die Leute in Castellanza seien es gewöhnt, dass Auslandsstudenten hier sind!

Genug der vielen Worte, jetzt ist es schon wieder Mitternacht und ich habe noch nicht mal meine Koffer ausgepackt. Bis bald!

Sonntag, 3. Februar 2008

Anreise und erste Eindrücke

So, heute um ca. 2 Uhr Nachmittags sind wir nach einer gar nicht so langen Autofahrt hier in Castellanza angekommen. Ich fuhr um ca. 8 Uhr morgens mit meinen Eltern los und um ca. 10 Uhr trafen wir dann in der Nähe von Franzensfeste auf Katrin. Dort luden wir dann mein Gepäck in ihren Fiat, was erstaunlicherweise klappte. Naja, nicht dass jetzt noch etwas Platz gehabt hätte, aber immerhin haben wir alles verstaut. Um kurz vor halb 11 gings dann los Richtung Mailand. Die Fahrt verlief eigentlich einwandfrei, wir folgten einfach der drei- bis vierspurigen Autobahn (kurzzeitig fuhren wir auf irgendeiner Bundesstraße) und zahlten fleißig einiges an Maut. Auf jeden Fall ließ sich Castellanza leicht finden und so kamen wir am frühen Nachmittag bereits an. Habe ich schon erwähnt, dass ich bei strahlend blauem Himmel von zu Hause weggefahren bin und je weiter wir nach Süden kamen, desto schlechter wurde das Wetter – bis es schließlich in Castellanza regnete. Naja, so sah das Städtchen etwas trist aus… Jedenfalls erfuhren wir bei der Uni, die sich übrigens mitten im Zentrum befindet, dass wir unser Zimmer erst in 1,5 Stunden beziehen können – warum auch immer (Hauptsache um 10 Uhr Vormittag müssen wir wieder draußen sein). Jedenfalls machten wir uns auf eine kleine Erkundungstour und tranken zu allererst einen Kaffee. Also Katrin trank einen Kaffee und ich bestellte mir aller Warnungen zu trotz, neugierig wie ich bin, einen Kakao. Cori hatte mir bereits davon abgeraten, da in Italien anscheinend nur dickflüssige, puddingartige heiße Schokoladen serviert werden – naja, sie hatte recht. Grausam… Leider traute ich mich kein Foto zu machen. Kurz danach machten wir uns noch auf den Weg, um das Immobilienbüro zu suchen, wo wir morgen einen Termin haben. Dieses fanden wir auch sogleich und gingen anschließend zurück zur Uni. Erwähnenswert wäre vielleicht noch, dass wir am heutigen Tag ungefähr 5 Mal umdrehen mussten, da manche Einfahrten einfach nur von einer Seite befahrbar sind bzw. ist es wahrscheinlicher, dass wir die richtige Einfahrt nicht finden konnten. Aber wird schon werden…

Nun bezogen wir also unser Zimmer, das erstaunlicherweise recht gut aussah. Der Mann an der Rezeption konnte natürlich kein Englisch und so hat uns eine Japanerin, die schon seit längerem hier ist und ein ziemlich undeutliches Englisch spricht, unser Zimmer gezeigt. Anschließend holten wir unser Gepäck hoch und mir hat sofort ein italienischer Student, der sich gerade schweren Herzens von seiner (blonden) Freundin verabschiedet hatte, seine „mano“ angeboten und meine schwere Tasche getragen. Er hat sich auch an Englisch probiert, aber das war eher weniger überzeugend. Außerdem haben wir heute gleich eine Steirerin kennengelernt, die uns mit „Redet ihr Deutsch?“ angesprochen hat. Sie war ziemlich froh, dass sie endlich wieder Deutsch reden konnte. Man beachte: Sie durfte nicht in einem Zimmer mit ihrem Freund schlafen, der sie zur Uni brachte. Naja, prüde diese Italiener. Ok, nach einer kurzen Italienisch-Wiederhol-Session (da wir morgen ja den Einstufungstest schreiben) fuhren wir noch zum Mc Donald’s, wo sich übrigens auch ein großer Supermarkt mit sehr angenehmen Öffnungszeiten befindet.

Jetzt werden wir uns noch einen Film ansehen und dann die Betten ausprobieren. Morgen um 9 Uhr beginnt die Orientierungswoche und außerdem sollten wir ja in unsere hoffentlich schöne Wohnung einziehen.





Ps: Die Italiener sind wirklich sehr höflich. Eben haben mich drei Jungs am Gang sehr freundlich begrüßt, was jetzt keine Eifersuchtsgefühle bei einer bestimmten Person wecken sollte. *fg*

Samstag, 2. Februar 2008

Das Gepäck ist verstaut

Heute habe ich mich endlich dazu aufgerauft, den Haufen Zeug auf dem Bett meines Bruders bzw. aus meinem Kasten zusammen zu packen. Zwischenzeitlich bin zwar einige Male verzweifelt, da es doch etwas mehr ist als ich gedacht hatte. Nun ist allerdings alles im Auto verstaut. Morgen um 8 Uhr gehts dann los und meine Eltern werden mich nach Südtirol (Franzensfeste) bringen, wo wir dann auf Katrin treffen werden, die ja mit dem Auto nach Italien fährt. Die nächste Schwierigkeit wird also, sämtliche Gepäckstücke in ihrem Kleinwagen zu verstauen und das wird wahrscheinlich das größte Problem sein.

Die erste Nacht werden wir nun also im Studentenheim schlafen und am Montag nach der Einführung und dem Italienisch-Einstufungstest haben wir gleich einen Termin mit der Maklerin, die uns dann die Wohnung zeigen wird. Bin schon mal gespannt...

Jetzt heißt es also 2 Mädls, 1 Auto, unzählige Gepäckstücke und der Highway to Hell... *g* Scherz!! Ich melde mich dann wieder, wenn ich vor Ort bin!