Mittwoch, 12. März 2008

Italienische Vorlesungen

Also manche Lektoren hier sind wirklich komisch. Ich habe zwar nicht so das Problem beim Verstehen, da die meisten ein relativ normales Englisch sprechen (bis auf einige native speaker – vor allem die aus Schottland; da frage ich mich regelmäßig, ob das schon Englisch ist, was die da reden…). Aber mit korrekter Rechtschreibung haben es nicht alle so. :) Ich spreche da jetzt eigentlich auf eine bestimmte Person an – meine Professorin in „Topics in Development Economics – Country Risk Management“. Sie ist noch relativ jung und daher ziemlich unerfahren. Sie gestaltet ihre zwei Stunden (zu bemerken wäre hier, dass sie unüblicherweise keine Pause macht) ziemlich langweilig. Das Gute ist: Sie schreibt beinahe alles vor. Das Schlechte ist: Erstens sollte sie an der Lesbarkeit ihres Schriftbildes arbeiten, zweitens sollte sie lernen englische Wörter richtig zu schreiben und drittens verwendet sie für alles Abkürzungen, die wirklich überhaupt nicht nachzuvollziehen sind. Sie merkt dann auch, dass fast keiner irgendetwas von ihrem Wirrwarr mitbekommen hat, aber sie versucht erst gar nicht, irgendetwas zu wiederholen. Stattdessen gibt sie uns eine Gruppenarbeit, die sowieso niemand lösen kann, weil keiner denn Stoff, oder geschweige denn die Aufgabenstellung verstanden hat. Wenn man sich dann mal kurz mit seinem Nachbarn unterhält, kommt gleich ein: „Hey Guys…“, das letztes Mal von einem Schotten mit einem lässigen „Take it easy“ an sie gewandt abgetan wurde. Also, es gibt wirklich einige Individuen hier unter den Professoren und ganz so leicht mit der Anwesenheit nehmen sie es auch nicht – ziemlich MCI-mäßig kommt es mir hier vor. Also man darf nur so und so viele Stunden fehlen, ansonsten kommt man nicht weiter… bla bla! Also nix mit schönem Unialltag, wo ich mir jeden Tag selber aussuchen kann, ob ich hingehe oder nicht. Das ist mir anscheinend nicht vergönnt. :) Die große Ausnahme bildet mein „Operational Research“ Lektor: Dem ist eigentlich so ziemlich alles egal. Ob man anwesend ist oder nicht spielt keine große Rolle, er sieht uns Erasmus-Studenten anders als seine italienischen. Und auf meine wiederholten Fragen, ob es denn ein Problem wäre, wenn ich da und da mal fehle, kommt immer nur: „6 points less in your exam“. Also der wenigstens der nimmt’s leicht. Ist halt doch ein Engineering-Typ.

Ansonsten war in letzter Zeit nicht sehr viel los. Morgen (Donnerstag) habe ich meine Italienisch-Präsentation und dann heißt es schon wieder drei Tage Wochenende. Am Freitag Abend wäre wieder ein Discobesuch in Mailand angesagt, auf den wir aber verzichten müssen, da wir am Samstag ziemlich früh nach Bormio aufbrechen. Der Sonntag wird dann dem Shopping gewidmet (an der Schweizer Grenze) und dann geht’s nach 2,5 Tagen Uni eh schon ab nach Hause!!

Ich wünsche euch allen ein schönes und erholsames Wochenende!

PS: Nur zur Info – hier in Castellanza studieren ca. 400 Studenten. Wir sind 71 Erasmus-Leute. Den Prozentsatz könnt ihr euch selbst errechnen. Aber anscheinend soll die Uni hier die zweitbeste in Italien für Finanzwissenschaften sein. Nur blöd, dass ich nicht auf diesem Gebiet zu Hause bin. :)

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